Dr. Wiebke Esdar (v. l.), Bundestagsabgeordnete und Stellvertretende Fraktionsvorsitzende des SPD, FHJ+ Praktikantin Lena Müller, Martin Fahnenschmidt, Betriebsinhaber Fahnenschmidt Heizung und Sanitär, und Dr. Maribell Illig, Geschäftsführerin und Leiterin des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld
18. September 2026Berufsorientierung im Handwerk
Wie das Freiwillige HandwerksjahrPlus (FHJ+) jungen Menschen praxisnahe Berufsorientierung ermöglicht, stand im Mittelpunkt eines Betriebsbesuchs der Bundestagsabgeordneten Dr. Wiebke Esdar bei der Fahnenschmidt Heizung und Sanitär GmbH & Co. KG in Verl. Gemeinsam mit Betriebsinhaber Martin Fahnenschmidt, FHJ+ Teilnehmerin Lena Müller und Dr. Maribel Illig, Geschäftsführerin und Leiterin des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, tauschte sie sich über die Erfahrungen mit dem Pilotprojekt aus.
Lena Müller absolviert bei Fahnenschmidt derzeit die erste von insgesamt vier Praktikumsstationen. „Nach dem Abitur wollte ich mich nicht einfach für irgendeinen Weg entscheiden. Ich möchte selbst erleben, wie unterschiedlich Handwerksberufe sind und was wirklich zu mir passt. Deshalb habe ich mich für das FHJ+ entschieden.“ Aktuell sammelt sie praktische Erfahrungen im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk. Anschließend möchte sie Einblicke in ein Holzhandwerk sowie in den Metallbau gewinnen.
Dr. Wiebke Esdar zeigte sich von der Motivation der Praktikantin und dem Engagement des Betriebs beeindruckt. „Junge Menschen brauchen Möglichkeiten, Berufe nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern selbst auszuprobieren. Das FHJ+ schafft genau diesen Raum – und zeigt zugleich, wie wichtig engagierte Betriebe für eine gute Berufsorientierung sind.“ Neben vielfältigen praktischen Erfahrungen vermittelt der Betrieb Lena Müller in Schulungen auch theoretische Grundlagen des SHK-Handwerks. „Für uns ist wichtig, dass Lena nicht nur zuschaut, sondern den Beruf wirklich kennenlernt – mit seinen praktischen und theoretischen Seiten. Gleichzeitig lernen auch wir sie kennen. Genau das ist eine gute Grundlage, wenn am Ende vielleicht eine Ausbildung daraus wird“, erklärt Fahnenschmidt.
Wie groß das Interesse am Pilotprojekt ist, verdeutlicht Dr. Maribel Illig: „Mehr als 100 angemeldete Betriebe und rund 320 junge Menschen, die wir zum FHJ+ beraten haben, zeigen, dass das Angebot auf großes Interesse stößt.“ Aktuell nehmen in OWL 56 junge Menschen am FHJ+ teil. Die Handwerkskammer setzt sich dafür ein, das Projekt über die Pilotphase hinaus fortzuführen.
Das FHJ+ ermöglicht jungen Erwachsenen, verschiedene Handwerksberufe in mehreren Praktikumsstationen kennenzulernen und so eine fundierte Entscheidung für den weiteren Berufsweg zu treffen. Gleichzeitig können Betriebe potenzielle Auszubildende über einen längeren Zeitraum kennenlernen. So erfahren beide Seiten frühzeitig, ob Beruf und Betrieb zueinander passen.
Das FHJ+ wird als JOBvision-Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die Initiative JOBvision unterstützt bundesweit Projekte, die innovative Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen entwickeln und erproben, um Ausbildungsplätze zu besetzen, Fachkräfte zu sichern und die duale Ausbildung weiterzuentwickeln.