Von Bertelsmann in die DachdeckereiEhrensache Handwerk: Greta Berheide
„Wenn ich meine Zeit sinnvoll nutzen kann, dann ist das Mehrwert genug.“
Für Greta Berheide ist sinnstiftende Arbeit wichtig.
Das Handwerk ist jung, weiblich und ehrenamtlich: Greta Berheide hat einen beruflichen Umweg genommen, um in das Handwerk zu kommen. Heute ist sie Geschäftsführerin eines Dachdeckerbetriebs in Harsewinkel.
Ihre Fachkenntnisse als Industriekauffrau sind für die administrativen Tätigkeiten im Familienbetrieb sicherlich hilfreich. Die ausgebildete Dachdeckerin bezeichnet sich selbst als „Frau für alles“ im Betrieb. Sie ist auch eine Frau für alle Fälle „Ehrenamt“.
Zusammenhalt im Ehrenamt
Greta Berheide ist mit dem Handwerk und dem Ehrenamt aufgewachsen. Ihr Vater gründete vor rund 35 Jahren den eigenen Betrieb und engagierte sich in dieser Zeit in verschiedenen Funktionen in der Dachdecker-Innung Gütersloh. Bis vor rund zwei Jahren war er dort Obermeister.
Greta Berheide folgt diesem Vorbild und unterstützt die Innung bei der Mitgliedergewinnung, der Veranstaltungsorganisation und der Werbung von Auszubildenden. „Ich finde es schön, wenn man sieht, was gemeinsam geschaffen werden kann“, erklärt die 30-Jährige.
Bei Innungsveranstaltungen würden auch immer die Partnerinnen und Partner der Ehrenamtlichen tatkräftig unterstützen, so Berheide weiter.
Zeit sinnvoll nutzen
Langweilig werde ihr nicht, schmunzelt die Handwerkerin. Sie engagiert sich zudem noch im Vorstand des örtlichen Schützenvereins. Natürlich obliege es jeder und jedem selbst, wie die Freizeit verbracht wird. „Ich finde es immer schön, zu wissen, dass ich meine Zeit sinnvoll genutzt habe“, so Berheide.
Frauen im Handwerk: Zeigt euch
Vielleicht bestehe noch das Vorurteil, dass diese Arbeit zu körperlich für Frauen sei. Doch mittlerweile gebe es genug Hilfsmittel wie Kräne oder Hebebühnen, die die Arbeit vereinfachten. Berheide sagt daher: „Frauen sollten sich zeigen. So können wir mehr Frauen für das Handwerk motivieren.“ Dies gelte auch für das Ehrenamt.
Mehrwert statt Vergütung
Eines unterstreicht die Handwerkerin deutlich. Für Berheide steht die sinnstiftende Arbeit im Vordergrund, nicht die Vergütung: „Wenn ich meine Zeit sinnvoll nutzen kann, dann ist das Mehrwert genug.“