(v. l.) Ragna Köstner, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der HWK OWL, Ralf Noltemeyer, Vizepräsident der HWK OWL, Cihad Kefeli, Vorsitzender des ACI der Stadt Bielefeld, und Dilek Güzel, Leiterin Kommunikation und Gleichstellung der HWK OWL
22. Mai 2026Integration gelingt im handwerksbetrieblichen Alltag
Cihad Kefeli, Vorsitzender des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration (ACI) der Stadt Bielefeld, hat die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld besucht. Im Gespräch mit Ralf Noltemeyer, Vizepräsident der Handwerkskammer OWL, Ragna Köstner, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin, und Dilek Güzel, Leiterin Kommunikation und Gleichstellungsbeauftragte, ging es um die Integrationsleistung des Handwerks, berufliche Perspektiven für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und Wege in die Selbstständigkeit.
Das Handwerk leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration von Menschen mit internationaler Familiengeschichte in die deutsche Gesellschaft und den deutschen Arbeitsmarkt. Denn neben dem Erwerb von Sprachkenntnissen spielen Arbeit, Kollegialität und Zugehörigkeit eine zentrale Rolle für gelingende Integration. Gerade kleine und mittlere Betriebe bieten dafür sehr gute Voraussetzungen. „Handwerk ist gelebtes Miteinander. Man muss sich aufeinander verlassen können“, betonte Ralf Noltemeyer. Zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker mit Zuwanderungsgeschichte zeigten großes Engagement. „Viele haben zudem den Ehrgeiz, einen eigenen Betrieb zu gründen“, so Noltemeyer.
Köstner verwies darauf, dass auch die Übernahme eines bestehenden Betriebs ein Weg in die Selbstständigkeit sei. „Unseren Mitgliedern bieten wir kostenlose Beratung zu den Themen Betriebsgründung und Betriebsübernahme an“, erklärte sie.
Zudem möchte die Handwerkskammer mehr Menschen mit internationaler Familiengeschichte auch für das ehrenamtliche Engagement im regionalen Handwerk gewinnen. „Integration gelingt besonders dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und sich gesellschaftlich einbringen können“, sagte Dilek Güzel.
Die Handwerkskammer möchte den Austausch mit Cihad Kefeli und dem ACI fortsetzen. Ziel sei es, Menschen mit internationaler Familiengeschichte noch gezielter über Ausbildung, Karrierewege, Meisterqualifikation, Ehrenamt sowie Gründungs- und Übernahmeperspektiven im Handwerk zu informieren. Denn ohne Zuwanderung ist der Fachkräftemangel im Handwerk nicht zu beheben.
Wie eng gelungene Integration und wirtschaftlicher Erfolg zusammenhängen, zeigte auch die Verleihung des Integrationspreises an die Tischlerei Biber am 19. Mai 2026. Inhaber Erhan Yüksel kam selbst als Geflüchteter nach Deutschland und übernahm nach Ausbildung und Studium seinen Ausbildungsbetrieb, die Tischlerei Biber in Bielefeld.