Gruppenbild der Teilnehmenden
Thomas F. Starke
Georg Effertz (v. l.), Kreishandwerksmeister KH Gütersloh-Bielefeld, Felix Dreier, Kreishandwerksmeister KH Höxter-Warburg, Ragna Köster, stv. Hauptgeschäftsführerin HWK OWL, Dominik Rüther, Hauptgeschäftsführer KH Höxter-Warburg, Jens-Uwe Pape, Hauptgeschäftsführer KH Gütersloh-Bielefeld, Mickel Biere, Kreishandwerksmeister KH Paderborn-Lippe, Martina Hannen, Geschäftsführerin KH Wittekindsland, Carolin Reineke, Stiftung Bildung und Handwerk, Florian Bauch, Bundesinstitut für Berufsbildung, Dr. Maribel Illig, Geschäftsführerin / Leiterin des Berufsbildungszentrums HWK OWL, Melanie Busch, stv. Hauptgeschäftsführerin KH Gütersloh-Bielefeld, Aloys Buschkühl stv. Hauptgeschäftsführer KH Paderborn-Lippe, Peter Eul, Präsident der HWK OWL, Josef Wegener, Bezirksregierung Detmold, Staatssekretär Matthias Heidmeier, Carl-Christian Goll, Geschäftsführer Berufsbildung HWK OWL, Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer HWK OWL, Robin Multhaupt, Bezirksregierung Detmold, Jens Kronsbein, Bezirksregierung Detmold, Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer WHKT, Ulrich Birkemeyer, Kreishandwerksmeister KH Wittekindsland und Thomas Waxweiler Landes-Gewerbeförderungsstelle des Nordrheinwestfälischen Handwerks e.V.

03. Juli 2026Sechs Leuchttürme für die duale Ausbildung

Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg, das gilt auch im Handwerk. Im Bielefelder Campus Handwerk tauschten sich deshalb Vertreterinnen und Vertreter des ostwestfälisch-lippischen Handwerks im Rahmen der Regionalkonferenz Überbetriebliche Bildungsstätten mit Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, und Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertags, über das Modernisierungspaket II und dessen Bedeutung für die berufliche Bildung in Ostwestfalen-Lippe aus.

„Wenn wir über die handwerklichen Bildungsstätten in OWL sprechen, dann sprechen wir darüber, wie wir junge Menschen für das Handwerk begeistern können. Wir sprechen über die Zukunft des Handwerks in OWL“, betonte Peter Eul, Präsident der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, zu Beginn der Regionalkonferenz. Das Modernisierungspaket II der Landesregierung biete hierbei große Chancen, und trage somit auch zur Stärkung der Gesellschaft bei. Denn ein funktionierendes Handwerk sei auch immer für eine funktionierende Gesellschaft von Bedeutung. Eul dankte Staatssekretär Heidmeier stellvertretend für das Land Nordrhein-Westfalen für die deutliche Ausweitung der Fördermittel.

Kern des Modernisierungspakets II ist die Verdopplung der Landesförderung für die Überbetrieblichen Bildungsstätten auf 16 Millionen Euro jährlich über 10 Jahre. Gemeinsam mit den Eigenmitteln von Handwerk und Industrie sowie der Förderung des Bundes ergibt sich für Nordrhein-Westfalen ein jährliches Gesamtvolumen von rund 80 Millionen Euro. Das Handwerk beteiligt sich dabei mit einem Eigenanteil von 20 bis 35 Prozent an Investitionen in die überbetrieblichen Bildungsstätten. Damit leisteten Land, Bund und Wirtschaft gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur zukunftssicheren Berufsbildung in Nordrhein-Westfalen.

In Ostwestfalen-Lippe treffen die zusätzlichen Mittel auf eine langfristig angelegte Bildungsstrategie des regionalen Handwerks.

Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, verwies auf die vor sechs Jahren gemeinsam mit den Kreishandwerkerschaften vereinbarte Zukunftsvision „Perspektive handwerkliche Bildung 2030“. An den sechs zentralen Bildungsstandorten Campus Handwerk in Bielefeld, an dem das Bildungszentrum der HWK, das Handwerksbildungszentrum und das Malerbildungszentrum Brackwede gebündelt werden, tbz Paderborn, InnovationSPIN Lemgo, BildungsCampus Handwerk in Brakel und Campus Nord im Wittekindsland solle die überbetriebliche Ausbildung im regionalen Handwerk gesichert und weiterentwickelt werden. „Die bisherigen Investitionen belegen, dass unsere Vision einer modernen handwerklichen Bildungslandschaft in OWL bereits konkrete Formen angenommen hat. Mit diesen neuen Leuchtturm-Standorten setzen wir ein starkes Signal für die duale Ausbildung im Handwerk in ganz OWL und sichern die Zukunft des Handwerks in der Stadt und im ländlichen Raum“, hob Prager hervor. Der InnovationSPIN in Lemgo, der BildungsCampus Handwerk in Brakel oder der Neubau Campus Handwerk in Bielefeld seien bereits sichtbare Erfolgsbeispiele dieser Strategie. Ziel sei es, die Ausbildungsangebote in der Region leistungsfähig zu bündeln und zugleich für Betriebe und Auszubildende in der Fläche erreichbar zu halten.

Die Regionalkonferenz mache deutlich, dass die neuen Fördermöglichkeiten in OWL in ein bereits bestehendes Gesamtkonzept eingebunden werden können. Für das regionale Handwerk sei dies auch wirtschaftspolitisch von Bedeutung. Mit rund 22.800 Betrieben, rund 215.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 28 Milliarden Euro zähle das OWL-Handwerk zu den wichtigen Wirtschaftsfaktoren im nördlichen Nordrhein-Westfalen. Eine leistungsfähige Bildungsinfrastruktur sei daher die zentrale Voraussetzung, um Fachkräfte weiterhin zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe langfristig zu stärken. Die sechs Bildungsstandorte stünden dabei als Leuchttürme für ein Handwerk, das Tradition mit Innovation verbinde und jungen Menschen attraktive Perspektiven eröffne.