Christian Eickmeyer zeigt stolz den Check, mit ihm freuen sich Birgit Heldermann, Jan Haake´und René Poggenpohl,
HWK OWL
Firmenchef Christian Eickmeyer (2. v. r.) zeigt stolz den zertifizierten Nachhaltigkeitscheck, mit ihm freuen sich (v. l.) Birgit Heldermann, Betriebsberaterin der Handwerkskammer, Jan Haake, Betriebsleiter bei Eickmeyer Metalltechnik, und René Poggenpohl, Betriebsberater der Handwerkskammer.

6. Januar 2026Mit Statusabfrage ins Schwarze getroffen

Metallbauermeister Christian Eickmeyer hat 2024 das Unternehmen Eickmeyer Metalltechnik GmbH & Co. KG (Bad Oeynhausen) von seinem Vater Peter Eickmeyer übernommen. Schon vor seiner Selbstständigkeit hat der 37-Jährige neben seiner Arbeit im väterlichen Betrieb gemeinsam mit seinem jetzigen Betriebsleiter Jan Haake eigene Projekte, vor allem auf der Basis von moderner Lasertechnik, durchgeführt. Kundinnen und Kunden, vor allem aus der Industrie, verlangen zunehmend Nachweise für eine nachhaltige Fertigung. Christian Eickmeyer wandte sich an René Poggenpohl, Betriebsberater in der Außenstelle der Handwerkskammer in Bad Oeynhausen. Gemeinsam mit ihm führte Eickmeyer den Nachhaltigkeitscheck 360 Grad durch, ein Angebot der Handwerkskammer. Der Check beruht auf den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.

Eickmeyer Metalltechnik setzt auf große Transparenz im Umgang mit der Kundschaft. Der Betrieb verarbeitet Stahl, Edelstahl, Aluminium und Buntmetalle. Diese werden je nach Kundenauftrag lasergeschnitten und weiterverarbeitet, Kanten und Schweißen gehören unter anderem zum Angebotsrepertoire. Die Arbeitsabläufe wurden umfassend digitalisiert. Beispielsweise können sich Kundinnen und Kunden über ein Online-Portal bequem aus der Ferne über den Stand der Bearbeitung ihres Auftrags informieren. »Die Statusabfrage läuft wie bei DHL oder Amazon«, erklärt Christian Eickmeyer und hat mit diesem Angebot ins Schwarze getroffen: Kundinnen und Kunden nutzen die Abfrage für die Planung ihrer weiteren Produktion.Die neuen Maschinen, die Christian Eickmeyer gleich zu Anfang angeschafft hat, sind erheblich energiesparender, sodass der Stromverbrauch um gut zwei Drittel gesunken ist. Die neuen Laserschneidanlagen arbeiten bis zu zehnmal schneller als die Vorgängermodelle. Eine KI-gesteuerte Software vermeidet durch optimierte Planung Verschnitt, sodass insgesamt rund 15 Prozent weniger Material benötigt wird. Das notwendige Schneidgas produziert Eickmeyer Metalltechnik selbst. Um die sieben angestellten Fachkräfte für anspruchsvolle Aufgaben in der Fertigung freizuhaben, setzen Eickmeyer und Haake einen Cobot für einfache Tätigkeiten an der Kantbank und für unkomplizierte Schweißarbeiten ein. Die Mitarbeitenden fühlen sich in der flachen Hierarchie wohl, was sich auch in dem niedrigen Krankenstand zeigt. Vor allem über die sozialen Medien sind viele Schülerinnen und Schüler auf das Unternehmen Eickmeyer Metalltechnik aufmerksam geworden. Jugendliche, die in der Schule als »schwierig« empfunden werden, seien während des Praktikums im Metallbereich richtig aufgeblüht, berichten Eickmeyer und Haake. Daher planen sie im nächsten Jahr, eine oder einen Auszubildenden einzustellen.